- Das sog. Parental Alienation-Syndrome (PAS) ist eine pseudowissenschaftliche Hypothese, die nicht als Erklärung für eine Kontaktverweigerung des Kindes taugt. Darauf gegründete Interventionen können nicht als ‚kindeswohldienlich angesehen werden (Anschluss an BVerfG, FamRZ 2024, 278).
- Dies gilt auch für die These der sog. Eltern-Kind-Entfremdung (EKE), die ebenfalls die komplexe Psychodynamik einer Umgangsverweigerung allein auf eine Beeinflussung des Kindes zurückführt, ohne weitere Faktoren zu berücksichtigen, die aufseiten des Kindes zum Kontaktabbruch beitragen können.
Gericht: OLG Frankfurt a. M.
Datum: 05.01.2026
Aktenzeichen: Az. 7 UF 88/25
Kommentierung:
Diese Leitsätze werden mitgeteilt, da nach Auffassung der Obergerichte nicht nur das PAS-Syndrom eine pseudowissenschaftliche Hypothese ist, sondern auch die These der sogenannten Eltern-Kind-Entfremdung (EKE).
Es muss daher davor gewarnt werden, sich in seinen Argumenten und in der Prozessführung auf derartige pseudowissenschaftliche Hypothesen zu beziehen. Das Urteil des OLG Frankfurt a. M. wird sehr ausführlich in der FamRZ auf insgesamt 14 Seiten inkl. einer Anmerkung von Richterin am OLG Jokisch besprochen, dieses würde den Rahmen dieses Newsletters sprengen.