Frischer Wind für ISUV vor Ort
Ideen aus Kassel: Wie wir ISUV vor Ort weiterentwickeln wollen
Vom 24. bis 26. April haben sich Kontaktstellenleiter:innen und Aktive aus ganz Deutschland in Kassel zur ISUV-Klausurtagung getroffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wir unsere Arbeit vor Ort weiterentwickeln, Betroffene noch besser erreichen und ISUV sichtbarer machen können.
Aus den Workshops sind viele praxisnahe Ideen entstanden, die wir nun weiterdenken und nach Möglichkeit in die Arbeit der Kontaktstellen einfließen lassen wollen.
- Mehr Sichtbarkeit vor Ort
ISUV soll dort präsent sein, wo Menschen in belastenden Lebenssituationen Unterstützung suchen – nicht nur bei klassischen Vortragsveranstaltungen. Diskutiert wurden unter anderem Kooperationen mit Schulen, Kitas, Beratungsstellen, Vereinen, Betrieben, Selbsthilfegruppen und sozialen Einrichtungen. Auch Auftritte auf Ehrenamtsmessen, regionalen Veranstaltungen oder mit mobilen Infoständen könnten dazu beitragen, ISUV vor Ort sichtbarer und leichter ansprechbar zu machen. - Niedrigschwellige Formate
Nicht jeder Mensch sucht sofort einen Vortrag oder eine formale Beratungssituation. Deshalb wurden auch offene und niedrigschwellige Formate diskutiert: Infotreffs, Elternfrühstücke, Trennungsgruppen oder Stammtische. Solche Angebote können den ersten Schritt erleichtern – zum Fragenstellen, Zuhören, Austauschen oder einfach zum Ankommen. - Eine kreative Idee: der „Hochzeitsführerschein“
Eine besonders ungewöhnliche Idee aus Kassel war ein sogenannter „Hochzeitsführerschein“: ein niedrigschwelliges Informationsangebot zu Rechten, Pflichten und möglichen Herausforderungen in Ehe und Familie – also bevor Konflikte eskalieren. Die Idee steht noch ganz am Anfang, zeigt aber gut, wie kreativ und vorausdenkend in den Arbeitsgruppen gedacht wurde.
- Persönliche Ansprache und Vertrauen
Ein zentrales Ergebnis der Klausurtagung war: ISUV wirkt vor allem dort, wo Menschen sich verstanden, ernst genommen und auf Augenhöhe begleitet fühlen. Mitgliedschaft entsteht nicht durch Druck, sondern durch Vertrauen, persönliche Ansprache und die Erfahrung: Hier werde ich mit meiner Situation gesehen. Genau diese Stärke wollen wir weiter ausbauen – mit empathischer Unterstützung, fachlicher Orientierung und einem klaren Blick für die Lebensrealität von Menschen in Trennung und Scheidung.
- Stärkere Vernetzung der Kontaktstellen
Die Klausurtagung hat auch gezeigt, wie wertvoll der Austausch der Kontaktstellen untereinander ist. Viele Ideen entstehen bereits vor Ort – und können auch für andere Regionen hilfreich sein. Deshalb wollen wir den Austausch und die Weitergabe guter Erfahrungen weiter stärken.

Unser Fazit
Kassel hat gezeigt: In unseren Kontaktstellen stecken viel Erfahrung, Kreativität und Engagement. Was ISUV ausmacht, bleibt dabei unverändert: persönliche Begegnung, Zuhören, klare Orientierung und ein wertschätzender Umgang.
Was wir weiterentwickeln wollen: diese Stärke noch sichtbarer machen – damit noch mehr Menschen in Trennung und Scheidung den Weg zu ISUV finden.
Haben Sie eine Idee, was ISUV in Ihrer Region anbieten könnte? Oder möchten Sie sich selbst einbringen? Sprechen Sie Ihre Kontaktstelle an oder schreiben Sie uns an redaktion@isuv.de. Aus Ihren Anregungen entstehen oft die besten Formate.